©Innenleben

Heimat
ist dort,
wo man Warmherzigkeit findet – und dieser auch begegnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Rossi_Sief

– – –                                 

(Hommage an Friedrich Achleitner und Gustav Peichl die meine Professoren waren

Es geht um das, was an allen Wällen unerträglich ist.

Es geht auch und vor allem um das Weggehen und um das Ankommen, um ein Heimatfinden und das Heimischwerden – um ein Nachdenken über Heimat,weil es (immer) um (ein) Herkommen geht.

Es geht also auch, nein primär, um Akzeptanz, also um das Recht auf Eigenwilligkeit und Eigensinn, letztendlich das Recht auf Individualität.

Es geht somit um Existenz … und um Behausbarkeit.

Ich schreibe – sehr wohl auch – über Hetze und das gehetzt werden.

Das, so wie ich es sehe, gilt für viele, wenn nicht für (fast) alle – und ist fast unerträglich geworden, in dieser Zeit.Auch dieses will ich in diesem Buch beschreiben. In Form und Tempo.

Heimat … ist dort, wo man Warmherzigkeit findet – und dieser auch begegnet.

Ivo R Sief-Røten, am 17.07.2019

ENTREE:

Erstens, ich weiß nicht so recht, was anders war, was ich bei dieser Show besonders finden sollte, beziehungsweise wollte.

Zweitens, die Leute denken sich, der Mensch sei ehrlich.

Wäre ich denn nicht so inakzeptabel breit geworden, würde ich die Fall-Selbstkritik so lesenswert profitabel definieren, dass vieles meines Selbsts ab jetzt, ab diesem Punkt eben, demütig vor allem, ja, aber vorwiegend, also grundsätzlich, total liebenswert und nett im Biss erscheint.

Was ist von mir selbst aber viel, so viel also, dass auch Kritiker auf weiteres Tun dieses Teiles von mir, der sich nicht so dumm und ohne Kontrolle über sich selbst geben will wie der Rest meines beeinflussten Wesens (so – und beeinflusst eben – gestaltet sich ja der Schutz jeder integrierten Spezies) angenehm einverstanden reagieren könnten.

Drittens, ich sehe, ich schlampe gerade.

Meine Augenwinkel nehmen, auch gerade, einen orangefarbenen Punkt seitlich von mir wahr.

Signal für jetzt – aber bitte – gleich Stopp! …?: Nein, es ist das Ich-habe-jetzt-fertig-Lichtlein der Spülmaschine.

In letzter Zeit, hätte ich keine Schwierigkeiten beim Einschlafen.

Alissa dreht sich an ihrem Schminktischchen sitzend um und sagt: Was denn …?, wenn man richtig glücklich ist?

Nun, ich stehe, bei dieser Gelegenheit Buch schreibend, im Gegenzug etwas aufmüpfig da – während du so mit mir redest, denke ich gerade.

Und lockere sofort meine inneren Zügel – und denke, dass Bewegung (es spielt aus dem Musikplayer gerade eine Sonate) in meinem Inneren, somit in meiner Seele, nur durch eine Verbindung mit dem Reichtum der Beziehungen, die aus gemeinsamen Reflexionen und Gemeinsamkeiten bestehen, entstehen kann.

Interessen und Nöte der Welt? – Na gut, aber die sind zwangsläufig wie auch-und-eben die nackte Haut beim Menschen: Man schafft die Reproduktion der Not nur zu ändern, wenn man vor den allerersten Anfängen dieser es schaffen könnte, sich ihr zu, sie gestellt zu haben. Da eben, und bevor sie zu einem Element der, besser gesagt einer, gewissen feudalen menschlichen Kultur wurde; und nein, es geht dabei nicht – und ging nie – um haarige Affen.

Bewegung. Entsteht diese in mir aus dem Farbenspiel der Natur? von einem Ruf, der von einer-deiner?-angenehmen Stimmen kommt? oder von einem – gelungenen, von mir gemalten – Bild? von hinter der Oberfläche/Oberflächlichkeit der Interessen?

Ergreifende Blicke eines Hundes?: Nein, so was war nie meins, aber sehr wohl ist meine Sache die Tragödie (Tragödie als Form des Dramas wie Komödie).

Alissa (es bleibt offen – und jedweder Interpretation freigegeben –, ob sie reale Person ist oder meine Anima) hat inzwischen die Augen geschlossen, das, was ich gerade meinte, ging ihr zu nahe, oder eher zu weit, und sie versucht, mit ihrer ganz eigenen lieblichen Entschlossenheit (eine, die, wenn Alissa glaubt, es sei der richtige Moment, alle anderen Empfindungen zu verdecken schafft) mich von diesem meinen Ausgang abzulenken, hin in Richtung unmittelbares Leben.

Ihr Atem geht immer leise. Sie atmet so, als wären ihre Atemzüge Schritte durch ganz andere Tore. Bei stark freien Geistern ist das unvermeidlich und kein Grund, weil so eben schön, sich dagegen zu entscheiden. Sie tut ihre Schritte angenehm weiblich, ganz.

Ein leichter Nebel steigt gerade aus dem Tal, und es hat Helligkeit, irgendwie eine heilsame, in den großen Fenstern.

Es gab – es ist nicht lange her, und dies gesagt „zum Heilsam“ – ja Zeiten, wo für mich alles in einem staubigen Gelb orientiert war, wo alles eben und Leute, die nur Passanten in meinem Leben, wie Nebelstücke sich in nichts auflösten.

Alissa schaffte ausgelassen das meiste an Restgroll in mir aufzulösen, so, dass es auch keine Erinnerung mehr war und beinahe nur mehr Duft nun ist. Jetzt ist langsam alles so, wie mit diesem ähnlichen Geschmack, dem Duft des Lebens, auch ihre Lippen; und ich frage mich, ob Menschen inmitten der Sachen und Schwierigkeiten und so weiter des – oder ihres – Lebens, weil modern, postmodern – und kurzlebig –, sich an solchen scheinbar kleinen Gefühlslagen, Dingen, Momenten noch zu erfreuen imstande sind.

Vielleicht geht es darum, die Fähigkeit des Zweifelns, während man Bedeutung den vielen Dingen verleiht – oder zuspricht –, immer wieder höchst sinnvoll aufrechtzuerhalten: So kann man noch Facetten, ganz viele und verschiedene, in allem und in der Fähigkeit des Geistes erkennen, zumindest (noch) erahnen. Harmonie, den Verwirrungen der Welt zum Trotz, vermuten.

Die Lippen Alissas haben, würde ich sagen, einen ähnlichen Geschmack, einen absolut reinen, wie die Stille, die perfekte, die in diesem Moment gerade wieder einbricht.

Je mehr ich zum Ausgang dieses Anfanges komme (dieses Schreibens, meine ich), desto mehr fühle ich, dass Lichter aus dieser plötzlichen perfekten Stille bereit sind, die Luft zu sprengen in Gängen, sprich Fluren und Räumen, weil ich, jetzt leichter in den Fersen, in die Welt wieder zu treten bereit bin.

Es geht nicht darum, dass ich „vorher“ die – oder eine – Mission nicht zu erfüllen schaffte. Dass ich das Zeug, das Werkzeug nicht hatte, um wichtige Entscheidungen zu treffen: revolutionäre Ideen müssen auch nicht von jedem erworben werden. Jetzt heißt es, mit der Vision eines bedeutungsvollen Durchbruchs im Hinterkopf, zu gehen, na gut, von mir aus, wieder beziehungsweise aufs Neue zu gehen.

Türen waren aber, das sage ich zu mir, nie welche lebensbedrohlich verschlossen: Die Musik war – ja, das schon – etliche Male verstummt.

Ich habe mir jetzt aber auch neue Kleider zugelegt.

(…)

W  I  E  N

(…)

Wir alle haben dutzende Talente (nein, bin gerade nicht bei Beuys), aber wir müssen uns von diesen verabschieden, wenn man uns zwingt, uns für ein (fremd)b e s t i m m t e s Leben zu entscheiden. Demnach mit Masken und Verkleidungen dann eben jemanden anderes sein. Ohne dagegenzusprechen. Und Regeln dieses Spieles würden zeigen, was am Spiel befreiend zu sein verspricht.

Eigentlich hat die Vernunft die Menschen nie wirklich glauben lassen, dass, wenn man nur genügend hinschaut, von der Kunst Heilendes, Heilkräfte ausgehen. Auch nicht, wenn sich der Doktor Beuys nannte, der ohne eine ärztliche Approbation dies behauptete. Dieses in irgendeiner Kunstzeitschrift gelesen, schüttelte ich den Kopf.

Aber nachdem ich die Tatsache annahm, dass durch verschiedene gespielte Charaktere ich mehrere Seiten von mir besser zeigen konnte, schlüpfte ich genau auf diese Weise, als scheinbarer Rollenspieler, auf der Akademie in meine künstlerische Leistung.

Nur abseits der geschützten Studienarena, in der Schwere des Alltags, machte eine Maske nichts einfacher, da zählte es Charaktereigenschaften an den Tag zu legen, die behilflich waren um zu verstehen, was ich wirklich im wahrhaftigen Leben haben wollte.

Drei – plus sieben weitere – Gebots-Tafeln, damit ich mich als Magier-Allmächtigmann ausgeben hätte können?

Ich hatte nie größenwahnsinnige Neigungen oder Ziele.

Von höheren Zielen – davon, na gut – träumte ich ja schon.

Viereinhalb Jahre lang war ich auf diese Weise auf der Akademie am Schillerplatz unterwegs.

Während ich in den Räumen der Meisterklasse, wo ich meinen festen Arbeitsplatz und Tisch hatte, also so gekleidet war, sah man mich ganz anders antanzen in der Arena des Aktzeichnens, und wieder anders dort, wo es um die Farblehre ging, oder in den Stunden um die Angewandte Kunst, des Goldenen Schnittes, Gestaltung … et cetera.

Und ich, in der Rolle meines Onkels, klatschte, wenn die jeweilige Aufgabe fertig war, ein „Wirklich ausgezeichnet!“ äußernd auf den Tisch. Meistens auf Englisch.

Die Verstärkung meines Tuns und Lernens gelang besser, wenn ich mir dieses Lob später von anderen ausgerufen vorstellte; dies vorweg genießend.

Im Speisesaal, in der Mensa der Akademie, gingen immer zwei der großen Lords umher, zwei Professoren, um zu grüßen, gekleidet damals meist in Pullundern … für diese lockeren Tischgespräche.

Flüchtige Worte wie unter alten Bekannten, nicht ohne die Absicht, das Notwendige oder das Interessante an den simplen Beobachtungen zu fixieren.

Bei diesem lockeren Austausch während der Mahlzeiten war auch Gelegenheit, über intimpersönlichere Dinge befragt zu werden, solche los zu werden.

Und alles immer eine gute Lektion. Nie in kommerzielle Ausdrücke gepackt.

Das war für mich bei jedem Essen dort im Raum, wo es nach Speisen roch und der Wirrwarr der Stimmen lebendig schallte, so als ob ich wie ein Kind dabei war, in mich selbst das von mir selbst nachzufüllen, das nur ich vorher (bevor ich nach Wien kam) von mir kannte.

Mit dem unzweifelhaften Versuch hier so klar, also so sehr Klartext zu sprechen, wie nur möglich.

In der Regel um mich in diese Welt, die keine imaginäre mehr war, nun regelrecht hineinzustürzen. Kopf- und auch Herz-Sprung.

Im Akademie-Kontext nahmen nicht alle Gruppen von Spielern am selben Rollenspiel teil: Städtebauer, welche die aus alten Vorhängen Bühnenbilder zauberten, Badezimmer-Einrichter, liebe Kreaturen in der Goldschmiedeklasse und so weiter; der ganze Cirque du Soleil der talentierten gehobenen Kreativität zum untereinander Austauschen verfügbar: Alle so wie sie waren rund um die Uhr in ihrer eigenen Verkleidung bleibend, in der Rolle, die sie gewählt hatten.

Welch eine, in meinen Augen, lebenswichtige Mischung aus kunsttheatralischer Improvisation – und sehr wohl Genialität. Die Teilnehmer für die Eroberung von Einfallsreichtum von Nah und Fern – also auch aus unterschiedlichen Ländern – hierhergereist.

Ich war bestimmt nicht an diesen Ort im Geiste und de facto hier her übersiedelt, um Bildchen- und Bildermalen zu lernen, oder „nur“ um zu begreifen, wie man bessere – ästhetisch besser, weil akademische – Häuser am Reißbrett komponiert.

Nein.

Man präsentierte Situationen und Konflikte die kulturell-landschaftlich reizvoll waren und von Bedeutung.

So kam zum Beispiel jemand in die Lektion, um ihre/seine kulturkontroverse Vorstellung innerhalb der Studentenfamilie vorzutragen, seine anderen und neuen Rollenvorstellungen der Gruppe mitzuteilen, damit es mit den anderen (Studierenden) dann ein Protokoll, einen Text, ein Manifest ergab.

Darin als Ergebnis nur das Thema der Austauscherfahrung um die Frage: Was würden Sie, wenn Sie diese Person wären, denken? Wie würden Sie denn reagieren?

Und so wurden wir einfühlsam.

Und ich verstand andere.

( . . . )

in progress

Ivo Rossi Sief  (Ivo R Sief-Røten), am 25.04.2019

 

ich ..... reith

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s