Was ich will

ENTREE:

Der Roman ist ein auf „iPad“ geschriebener, gänzlich durch das Tippen auf dieses Gerät entstandener. Das lässt-und-ließ unmittelbare Emotionen und Regungen einfangen und im Text genauso unmittelbar einfließen. Solche die bei den Ur-Momenten von Begegnungen mit Situationen, Menschen und Dingen, fühlbar, im Gemüt (auch hier des Autors) hochsteigen beziehungsweise niedersinken. Dieser Zustand des Unmittelbaren ist Boden und Nahrung für die auf diese Weise entstandene eigenwillige/eigensinnige Sprache – mit einem andante with a crescendo – auch im Rhythmus und im Ton.

„REINHARD “

Genre: Werdung Roman

Umfang: ca. 280  Normseiten

INHALTSANGABE / EXPOSÉ:

„REINHARD“ wird 1949 in die postindustrielle Gesellschaft und Euphorie hineingeboren, das, in einer nicht ganz „unkomplizierten“ Gegend.

Im Roman begegnet Reinhard von Geburt an Menschen und Dingen, erfährt Konfrontationen, meistert somit Situationen – oder auch nicht. Im Roman wird beschrieben/umschrieben aus der Optik der seelischen Ebene (die des Reinhard, die da steht und lebt, stellevertretend  dies sein wollend, für die jeden von uns, jeweils) also alles, was auf dieser Welt eine “Werdung“ ergibt, eine solche ausmacht – von eben „1949“ weg, bis zum heutigen Datum – eines einer aktuell allumfassenden Krise.

Der Protagonist – Reinhard hier im Roman – sagt, dass ein Zustand von Vergnügung sich nur empfinden und also beschreiben lässt, wenn das Gefühl nicht mehr da ist, beherrscht zu werden.

Sozialkritisch sind alle die Bilder-in-Sprache im Roman als Spiegelbilder einer inneren Erregtheit zu verstehen.

Als Signale der Hoffnung vor dem düsteren Hintergrund einer zunehmenden seelischen Vereinsamung und Verarmung. Als starke Signale einer immer möglichen, immer wiederkehrenden, Auferstehung.

 Der Autor lässt letztendlich im Roman „Reinhard“ über sich selbst sagen. „Ich spreche über mich; dann sollte ich ja besonders leidenschaftlich sein.

Wie soll ich aber normal kommentieren?… – das wäre doch ein bizarrer Spaß.

Es ist nicht alles, was ich mir vorgestellt hatte. Das ist nicht schlimm, das tut relativ weh. Es kann ja kommende Nacht passieren. Das, was ich mir vorstelle.

Jedes Objekt einer Vorstellung kann aus dem Bild springen, es geht – dann – nur um das Beherrschen.

Das Auge ist oft im Wege – man überlege: Selbst wenn man sich küsst, neigt man dazu, den Kopf auf die Seite zu kippen. Vielleicht aber das,

um hinter dem Kuss zu schauen, hinter den Kuss zu sehen….

Ergänzung:

Im Roman geht es (freilich über ganz persönliche Erfahrungen empfunden) auch und vor allem um das Weggehen und um das Ankommen, um ein Heimatfinden und das Heimischwerden, um ein Nachdenken über Heimat, weil es – immer, auf dieser Erde also Welt und im Leben – um (ein) Herkommen geht.

Es geht also auch, nein primär, um Akzeptanz, also um das Recht auf Eigenwilligkeit und Eigensinn, letztendlich das Recht auf Individualität.

Es geht somit um Existenz … und um Behausbarkeit.

Heimat … ist dort, wo man Warmherzigkeit findet – und dieser auch begegnet.

In „Granatapfel“ schreibt der Autor – sehr wohl auch – über Hetze und das gehetzt werden. Das, so wie er es sieht, gilt für viele, wenn nicht für (fast) alle – und ist fast unerträglich geworden, in dieser Zeit.

Auch das will er in diesem Buch beschreiben. In Form und Tempo.

Diese Aussage wird mit farbigsten Nuancierungen, im Sinne jenen existentiellen Lyrismus, in etwa nach der Kunstauffassung Jean Cocteaus, der in seiner ganz eigenen Philosophie besagte, dass es in der Kunst „keine andere Ebene gibt, als die der Liebe gibt“, ausgelotet.

Der Autor lässt dies seinen Protagonisten ausleben, und er etwas fröhliche Leichtigkeit findet, ist diese Ausdruck einer Identifikation

Der Autor will Wirkungen erzielen, die betroffen machen wollen, in dem er seine Sprache, gezielt direkt – und ohne Umwege – ans Nervensystem andockend wissen will. Entscheidend ist, dass die gefühlsmäßige Erregung auf den Leser übergeht, diese ihn emotional berührt – die Zartheit, das filigrane Nebeneinander und die Ineinander-Verschachtelung.

Es geschieht alles in einer ganz persönlichen Stimmung; mit dem Gefühl, der Protagonist würde sich austoben. Im Situationen-Komplex vielschichtig, kontrastreich, gestisch – subtil strukturierend.

Die Kommunikation misst sich an der Erfahrungswirklichkeit und reift somit daran.

Der Schwerpunkt liegt nicht unbedingt im Autobiografischen: Die Molltöne wollen (ähnlich wie bei den Tieren mit ihrem Revier) das Erreichen eines höheren Reflexionsniveaus markieren. Den Leser aber daran teilhaben lassen.

Der Inhalt will zu einem Diskurs über das menschliche Sein auffordern. Dies balancierend auf den unwegsamen Klippen der zwischenmenschlichen Beziehungen und der letzten, letztendlichen, großen Fragen. Diese tastende Annäherung an die Sinnfrage beherrscht den Faden dieses „Werdung-Romans“.

Nie verleugnete der Autor aber zwischendurch aufblitzende Selbstironie und Heiterkeit.

 „Das Schicksal ist blind“, sagt der Autor. Das mag stimmen, aber die Geschichte, die es schreibt und die Lebensfurchen, die es hinterlässt, versucht er mit möglichst großer Sensibilität und untrüglichem Sinn für Komposition und das Wesentliche hier zu erzählen. Als materielle Zeichen der Freiheit der Gedanken – zarte Sprachfehler/Sprachfelder aus einem weißen Blatt entworfen.

Um sich einzumischen, um der Realität ins Auge zu sehen.

Wort und Schrift sind in der Intention nur das Bild dahinter.

In dieses Schriftfeld will der Autor bis zur Unkenntlichkeit zerlegte Emotionen projizieren. Als seien es – für wahr – nach außen gefallene Träumen: Eine Landkarte die das Geschriebene überlappt.

Ab und zu wirkten manche Visionen bizarr; sie lösen sich auf, und zerfallen.

Was sonst.

Manchmal.

Der Autor verdichtet die Seelen-Lebens-Situationen oft, um sie, je weiter sie sich vom Zentrum (des Geschehens) entfernen, in einem diffusen Nebelschleier verschwinden zu lassen.

Und es gibt auch schwarze Striche, wie Spuren von Elementarteilchen auf einem Bildschirm, in seinen Sätzen.

Der Autor tut Gratwanderungen zwischen Innen- und Außenwelt.

Er hält schöne Visionen, Träume, auch Zufälle und Graues im Leben fest.

Da-und-dort nichts als Realität.

Es ist sein Versuch, den Spannungen dabei Herr zu werden, Gegensätze auszugleichen – ein Versuch, Reflexion und sein Ursprüngliches miteinander zu verbinden.

Um vielleicht so (oder nur so, auf diese Weise) (s)einer Vision von Freiheit näher zu kommen.

Der Protagonist – „Reinhard“ – hatte sich ständig, ja ständig, ein „Mach dir keine Sorgen, du kannst es schaffen“ zu verpassen.

Denn sich vorstellen oder sehen, das ist das eigentliche Dilemma.

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                                                                             am 06.06.2020

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